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Kriegsgegner in der Minderheit


Pazifist

Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik maschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an an einem so elenden Tun beteiligen! Ich denke immerhin so gut von der Menschheit, dass ich glaube, dieser Spuk wäre schon längst verschwunden, wenn der gesunde Sinn der Völker nicht von geschäftlichen und politischen Interessenten durch Schule und Presse systematisch korrumpiert würde.


Am 28. Juni 1914 findet das Attentat von Sarajewo statt, das den ersten Weltkrieg auslöst. Überall begegnet Albert Kriegsbegeisterung. Seine Professorenkollegen begrüßen diesen Triumphzug der deutschen Armee. Zum Glück ist Albert Schweizer Staatsbürger und somit nicht zum Dienst an der Waffe für Deutschland verpflichtet. In den Straßen Berlins liefern sich zu Kriegsbeginn die antimilitärische Arbeiterschaft und nationalistische Studenten Straßenschlachten.
Alberts Position steht fest: er verabscheut denn Krieg und verfasst daher mit dem Kardiologen Nicolai einen Appell an die europäischen Wissenschaftler, um den Krieg zu beenden. Nur zwei Kollegen unterschreiben. Danach gründet er das pazifistische Organ "Bund Neues Deutschland". Er riskiert damit eine Anklage wegen Hochverrats. Sein Name und die Schweizer Staatsangehörigkeit schützen ihn.


Anstatt zu unterschreiben, unterstützen die Wissenschaftler den Krieg mit ihren Mitteln. Der Krieg schafft Grundlagen zum Experimentieren und Erproben. Da es keine Salpeterlieferungen mehr aus Chile gibt, forscht man. Haber und Bosch entwickeln ein Verfahren, synthetischen Ammoniak aus Luftstickstoff zu gewinnen, die Ausgangsbasis für künstlichen Salpeter. Haber erkennt schließlich die militärische Kraft von Giftgas, als er nach Insektiziden sucht. Im ersten Weltkrieg werden erstmals Giftgase wie etwa Chlorgas und Phosgen genutzt und viele Soldaten lassen ihr Leben.


Im Februar 1915 bricht die Kriegseuphorie. Die Soldatenfrauen können kaum sich und ihre Kinder ernähren. Die Zuteilungen sind knapp. Im "Steckrübenwinter" von 1916/17 leiden viele Hunger und Kälte unter 20°C. Seuchen brechen aus. Typhus und Ruhr raffen die Bevölkerung dahin. Wegen Brotmangels treten in Berlin 220000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den Streik.
Einstein geht es noch recht gut. Mit Geld bekommt man auch gute Mahlzeiten. Oft trifft man ihn jetzt im Hause seines Onkels und der Tante an, wo es sonntags gelegentlich noch Braten gibt. Dort begegnet er seiner Cousine Elsa wieder, die er bereits aus Münchener Kindertagen kannte.


1915 hat er sie fertig: die Allgemeine Relativitätstheorie. An Hand des Merkur-Perihels kann er sie beweisen und hat damit eine Übertragung des Speziellen Relativitätsprinzips auf beschleunigte Sachverhalte gefunden.


Das Verhältnis zu Mileva macht Albert halb krank. Mileva lebt unter ärmlichen Bedingungen in Zürich. Sie hat Schulden und gibt Mathematik- und Klavierstunden, um etwas Geld zu verdienen. Mit Alberts Überweisungen klappt es nicht immer, da die Deutsche Mark an Wert verloren hatte.
1916 fährt er nach Zürich und es kommt zu derartigen Auseinandersetzungen, dass Albert beschließt, Mileva nie wieder zu sehen. Hans-Albert weigert sich, mit dem Vater zu sprechen. In einem Brief fordert Albert die Scheidung. Mileva bricht zusammen und liegt sechs Wochen mit schweren Herzanfällen im Bett. Die Kinder leben unterdessen bei einer Freundin. Einstein bekümmert das. Er leidet unter Magenschmerzen, die als Magengeschwür diagnostiziert werden. Er wird älter.


In dieser Situation wünscht er sich nur eines:
Ich hoffe auf eine deutsche Niederlage. Das ist die einzige Hoffnung, die ich für Deutschland noch habe.


Im Sommer 1918 propagiert die Zivilregierung noch Sieg, der längst Utopie ist. Das Volk weigert sich. Kieler Matrosen weigern sich, für einen verlorenen Krieg zu kämpfen. Am 9. November kommt es in berlin zur Revolution. Die Abdankung des Kaisers wird verkündigt. Philipp Scheidemann ruft die deutsche, Karl Liebknecht die sozialistische Republik aus. An der Universität erfährt Einstein den Hass der Studenten auf die Professoren, die fast alle für den Krieg plädiert hatten und zahlreiche Studenten dazu bewegten, freiwillig im Krieg zu dienen. Er spricht sich gegen Gewalt jeglicher Art, auch die der Studenten, aus und ruft zu Freiheit auf. Als das Volk 1919 die Weimarer Nationalversammlung wählt und darauf die Verfassung für die erste deutsche Republik verkündigt wird, nimmt Albert Einstein nach 20 Jahren wieder die deutsche Staatsbürgerschaft an.



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