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M wie Mathematik oder Mileva


Als Albert in Mailand bei seiner Familie ankommt, findet er eine kostbar möblierte Wohnung vor, Vater und Onkel tragen teure Anzüge und regelmäßig werden Empfänge gegeben. Doch der Schein trügt. Die Geschäft laufen schlecht. Hermann und Jakob versuchen den Auftraggebern nur zu imponieren. Überhaupt ist der Zusammenhalt in der Familie gewichen.
Dennoch genießt Albert sein junges und freies Leben. Er schaut sich Mailand an oder wandert. Das geht einige Monate lang so. Dann muss er sich entscheiden. Die Familie möchte ihn nicht länger "durchfüttern". Er soll etwas lernen. Der Vater schlägt eine Ausbildung zum Elektrotechniker vor, was Albert ablehnt.


Nachdem er dem deutschen Staat entsagt und die jüdische Gemeinde verlassen hat, geht er in die Schweiz. In Zürich gab es das Eidgenössische Polytechnikum, an dem viele berühmte Professoren lasen und in fortschrittlich eingerichteten Laboratorien experimentiert werden konnte. Ein Abiturzeugnis brauchte man nicht vorzuweisen, um dort aufgenommen zu werden. Die Bewerber mussten sich dann aber einer Aufnahmeprüfung unterziehen. So wird Albert im Oktober 1895 zum einen in Arithmetik, Algebra, Geometrie, Physik, Chemie und technischem Zeichnen, zum anderen in freiem Aufsatz, Literaturgeschichte, politischer Geschichte, Zoologie und Botanik geprüft. Obwohl er seine Mitstreiter im ersten Teil weit übertrifft, versagt er im zweiten Prüfungsteil. Einstein wird nicht aufgenommen. Der von seinen Leistungen beeindruckte Physikprofessor Heinrich Weber erlaubt ihm dennoch, seine Vorlesungen zu besuchen. Der Direktor des Polytechnikums sieht eine bessere Lösung: den Besuch der Aarauer Kantonsschule.
Schon bald besucht Albert täglich die moderne und liberal geführte Schule. In dieser Zeit wohnt er bei Jost Winteler, der an der Kantonsschule Griechisch und Geschichte unterrichtet. Es entwickelt sich ein gutes Verhältnis zwischen den beiden. Auch mit dessen Frau Pauline kommt Albert aus. Im toll modern ausgestatteten Physik-Labor trifft man ihn nun häufig an. Die neuen Fächer Feldmessen, Mineralogie und Geologie gefallen ihm. Doch auch die Gesellschaft der drittältesten Tochter Marie Winteler sucht er, denn er hat sich in sie verliebt. Der Schüler Einstein gesteht der angehenden Lehererin Marie seine Liebe und sie erwidert seine Zuneigung trotz des Altersunterschiedes.


Am 21. September des Jahres 1896 besteht Albert die Maturitätsprüfung (ähnlich dem Abitur) in Aarau. Damit ist er automatisch für das Studium am Züricher Polytechnikum zugelassen. Marie und Albert treffen sich auch weiterhin. Die Begeisterung Alberts weicht jedoch langsam. Plötzlich merkt er, dass er lieber seine Bücher studiert, als dass er mit Marie durch Zürich schlendert. Darauf bittet er sie, ihn nicht mehr zu besuchen, und beantwortet auch ihre Briefe nicht mehr.


Albert hat weitere Sorgen. Er kann sich nicht immer für die Vorlesungen begeistern und liest lieber Bücher über den neuesten Stand der Wissenschaft, den man in den Vorlesungen am Polytechnikum nicht gerade einbezieht. Trotz wahrer Kapazitäten unter den Professoren wie beispielsweise Heim, Hurwitz und Minkowski versäumt der junge Einstein viele Vorlesungen. Sein Praktikum bei Pernet schwänzt er regelmäßig. Die Skripte mit den vorgeschriebenen Lösungen wandern in den Papierkorb, da er selbst nach alternativen Wegen sucht. Auf dem Jahreszeugnis erscheint deshalb ein Verweis. Hinzu kommt, dass das Familienunternehmen in Mailand liquidiert werden musste,weshalb Albert stets von Tante Julia finanziell unterstützt wird. Außerdem fühlt er sich einsam in in dieser Enge aus Vorlesungen und Pensionsleben und wäre es wohl noch lange, gäbe es da nicht Mileva Maric.
Mileva und Albert Sie ist Einsteins Mitstudentin und beide teilen sich einen Laborplatz. Mileva ist Albert auf mathematischem Gebiet um einiges voraus und er bewundert sie. Einmal vegessen sie vor lauter Experimenten die Zeit und sind ganz allein im Labor. In dieser Situation spricht der verzweifelte Student über seine Sorgen und seine Einsamkeit. Seitdem kommen sich die beiden näher, denn beide leben zurückgezogen und unverstanden. Schließlich verabreden sie sich beinahe täglich, schreiben sich Liebesbriefe und lieben einander. Selbst mit Milevas Mitbewohnerinnen aus der serbisch-ungarischen Heimat versteht sich Albert gut. Die Liebenden benennen einander nur noch mit Kosenamen. Mileva ist Doxerl, was Pupperl gleich kommt. Albert ist Johonzel. Doch beide vernachlässigen vor lauter Glück die Arbeit. Mileva war doch in die Schweiz zu kommen, um auch als Frau etwas zu werden. In Österreich-Ungarn hatte sie nicht studieren können. Nun setzt sie alles für diese Liebe aufs Spiel. Die Diplomprüfungen nähern sich und es sieht sehr schlecht für die jungen Studenten aus. Marcel Großmann hilft Albert aus dieser Misere, indem er ihm seine sorgfältig angefertigten Aufzeichnungen gibt. Einstein besteht, allerdings als schlechtester seines Jahrganges. Er hat das Diplom, Mileva nicht. Dabei ist der Unterschied der Abschlußnote kaum unterschiedlich. Mileva wiederholt die Prüfung, scheitert ein zweites Mal und gibt die Physik vollends auf.


Albert entschließt sich, Mileva zu heiraten. Doch er ist nicht in der Lage, eine Familie zu ernähren. Seine Mutter ist auch noch gegen diese Beziehung. Sie meint, diese Mileva passe nicht in eine anständige Familie. Ein Grund der Ablehnung wäre ihrer Meinung schon Milevas Humpeln. Die junge Frau hat einen Hüftschaden, weshalb sie ihr Bein nachziehen muss. Nicht nur Alberts Eltern stellen sich quer, auch Milevas Familie macht sich Sorgen um die Tochter, die im Frühjahr 1901 schwanger ist. Albert bekommt keine feste Anstellung, obwohl er sich sehr darum bemüht. Ein schlechter Ruf haftet ihm vom Polytechnikum an und die Professoren schießen endlich einmal zurück. Für zwei Monate darf er einen Professor vertreten. Danach arbeitet er als Hauslehrer in Schaffhausen. Das Versprechen, Mileva zu heiraten, kann er nicht einhalten. Das Geld reicht kaum für ihn selbst aus.
Im Januar bringt Mileva das Lieserl bei ihren Eltern zur Welt. Albert hatte sich wirklich auf das Kind gefreut. Mileva möchte die ohnehin dürftigen Aussichten ihres Verlobten nicht ganz gefährden und gibt das Kind zu weitläufigen Verwandten. Vermutlich wurde es danach adoptiert. Albert wird sein erstes Kind nie sehen. Mileva und Albert arbeiten dann an einer gemeinsamen physikalischen Arbeit, finden aber wegen der gegenwärtig schlechten Verbindung keine Basis für die Arbeit.

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