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Juden in Brandenburg-Preußen in der Zeit der Aufklärung Die Aufklärung legte den Grundstein für den Durchbruch in
der Politik gegenüber den Juden. Trotz der aufklärerischen Grundhaltung
Friedrich Wilhelm I. ließen sich gewichtige Unterschiede bei der
Aufnahme verschiedener Volksgruppen in Brandenburg erkennen. Die 50 jüdischen
Familien, denen er 1671 den Zuzug gewährte, mussten ein bestimmtes
Vermögen nachweisen und wurden für 20 Jahre mit Privilegien ausgestattet,
die zur Förderung des Handels dienen sollten, während andere
Gruppen ohne einschränkende Auflagen willkommen waren.
Moses Mendelssohn Auch Moses Mendelssohn siedelte 1743 nach Berlin über. Geboren
wurde er am 06. 09. 1729 in Dessau. Neben dem traditionellen Talmudstudium
eignete er sich auch weltliches Wissen an, welches sich in der Aneignung
von Sprachen und in der Beschäftigung mit Philosophie und Naturwissenschaften
äußerte. Seine Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit brachte
ihn zu der Erkenntnis, dass es notwendig sei, sich die Der Weg zur jüdischen Emanzipation Durch den Einfluss der Aufklärung und der Französischen
Revolution verspürten die Juden den Drang nach einer Veränderung
ihrer rechtlichen Stellung. Auch aufgeklärte Politiker sowie die führende
Beamtenschaft traten dafür ein, den Juden Bürgerrechte zuzugestehen.
Für die Befreiung der Juden aus ihrem unterprivilegiertem Status entstand
in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts der Begriff Emanzipation.
Das Preußische Emanzipationsedikt Dieses Reformwerk von 1812 war das Ergebnis der vernichtenden Niederlage
gegen Napoleon. Preußens ökonomische und militärische Macht
konnte nur durch eine Modernisierung des Staates wiederhergestellt werden.
Somit mussten die Standesschranken wie Leibeigenschaft, Zunftzwang
und Sonderrechte für Juden aufgehoben werden. Durch das Emanzipationsedikt
vom 11.03.1812 erlangten die preußischen Juden Bürgerrechte. Die
Juden wurden mit Generalprivilegien, Naturalisations-Patenten, Schutzbriefen
und Konzessionen versehen und waren fortan von anderen zu achten. Außerdem
bekamen alle Juden einen neuen festgelegten Familiennamen, den sie selber
aussuchen konnten. Nun sollten die Juden bei Führung ihrer Handelsbücher
und bei Abfassung ihrer Verträge und rechtlichen Willenserklärungen
die deutsche oder lateinische Sprache anwenden. Wer als Jude irgendwelchen
Vorschriften zuwider handeln sollte, würde als fremder Jude gelten,
derjenige der jedoch alle Vorschriften einhielte bekäme die gleichen
bürgerlichen Rechte und Freiheiten wie den Christen zugesprochen.
Auch wird den Juden zugestanden akademische Lehr- und Schul- und Gemeindeämter
zu verwalten. Die Zulassung zu Staatsämtern sollte jedoch erst in
der Folgezeit gesetzlich bestimmt werden (dazu kam es jedoch nie). Die
Juden konnten frei in Städten oder auf dem Lande leben sowie
Grundstücke jeder Art erwerben und alle erlaubten Gewerbe betreiben.
Diese Gewerbefreiheit galt auch für den Handel. Hinzu kommt, dass alle obliegenden bürgerlichen Pflichten zu erfüllen waren, sie
(die Juden) gleiche Lasten wie andere Staatsbürger zu tragen haben
und nicht mit besonderen Abgaben belastet werden dürfen. Außerdem
sind die Juden gleichfalls der Militärkonskription unterworfen.
Ehebündnisse können einheimische Juden ohne besondere Genehmigung
unter sich schließen. Eine solche wird jedoch benötigt, wenn
ein einheimischer Jude eine ausländische Jüdin heiraten will.
Durch die Heirat mit einer einheimischen Jüdin erlangt aber kein fremder
Jude das Recht, sich in der hiesigen Stadt niederzulassen. Eine Belastung
für den Emanzipationsprozess war, dass die Reformen von
oben und nicht von einer politischen Bewegung getragen wurde.
Lessing Nathan der Weise G. E. Lessing ist der bedeutendste Repräsentant der deutschen Aufklärung.
Er wurde als Kritiker, Dramatiker, Die Handlung des Dramas Das Stück Nathan der Weise spielt im Jahr 1192 während des dritten Kreuzzuges in Jerusalem . Dort residiert Sultan Saladin. Dieser verteidigte die Stadt gegen die angreifenden christlichen Ritter des Templerordens . Einige von ihnen hat Saladin gefangen genommen und hinrichten lassen. Einen hat er allerdings verschont, weil der ihn an seinen verschollenen Bruder Assad erinnerte. Dieser darf sich nun frei in Jerusalem bewegen und verliebt sich in Recha, die Adoptivtochter des reichen Juden Nathan, nachdem er diese aus den Flammen ihres brennenden Hauses gerettet hat. Am Ende stellt sich heraus, dass der Tempelherr und Recha Geschwister und Kinder von des Sultans Bruder Assad sind, welcher eine Deutsche geheiratet hatte und ihr in ihre Heimat gefolgt war. Er war später im Heiligen Land gefallen. Dieser Familiengeschichte entspricht eine Gleichniserzählung in der Mitte des Stücks, die Geschichte von den drei Ringen. Mit ihr versucht Nathan dem Sultan klarzumachen, warum keine der drei Religionen Judentum, Christentum, Islam den Anspruch erheben kann, die absolute Wahrheit zu besitzen. Vielmehr könne sich Wahrheit nur im Handeln des Menschen erweisen, der das Gute tut. verfasst von: Katja Fehrle, Katja Reichel und
Karen Lantzsch
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