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Die Juden: "Ein auserwähltes Volk"?
Die jüdische Religion beansprucht universale Geltung. Der Gott Israels ist
kein Stammesgott, der die anderen Völker von sich weist, sondern offenbart sich
einem Volk als Träger seines Lichts in der Welt. Will man ein Bild zur
Verdeutlichung wählen, so ist das Volk Israel der Kern, um den das
Fruchtfleisch der Völker wächst. Gott ist einzig (griech. Monotheismus =
Glaube an einen Gott), unsichtbar, gestaltlos und verkörpert weder den Lauf der
Natur, noch wohnt er ihren Elementen inne.
Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion. Die religions- und
glaubensge- schichtliche Bedeutung des Judentums ist außerordentlich groß. Das
Judentum ist die Mutterreligion des Christentums und des Islams. Die Juden sehen
sich aufgrund ihrer historischen Entwicklung als ein von Gott auserwähltes
Volk. So feiern sie zum Beispiel den Sabbat, um
den siebenten Tag, als Gott sich
nach seiner sechstägigen Schöpfung ausruhte, zu verehren. "Der Schöpfung große Gotteswoche ging zur Neige. An sechs Tagen hatte
der Ewige die Wunder seiner Allmacht über den Erdball gestreut; nun da das
Morgenrot des Siebenten Tages vom Himmel leuchtete, ruhte sich unser Vater von
jeglichem Werke. Er heiligte diesen Tag und segnete ihn und setzte ihn ein zum
ewigen Gedächtnis der Gottesruhe nach der Gottesarbeit. Ehre den Sabbat! Denn
Gott hat ihn gemacht zum Tage des Herrn." Aus diesen Worten wird das Verhältnis der Juden zu Gott und den anderen
Religionen klar sichtbar. Diese Konzeption trug einzigartigen Charakter in der Antike. Die Völker
des
Mittelmeerraumes bewegten sich in religiösen Vorstellungen der Vielgötterei (griech.:
Polytheismus). Bildliche Darstellungen irdischer Wesen genossen zum Beispiel bei
den Griechen göttliche Ehren. Immer wieder gefährdeten Fruchtbarkeitsmythen
die israelitische Religion. Der Monotheismus gab durch die strenge Ablehnung der
Götterwelt der anderen Völker Anstoß zum Ärgernis. Besonders in der Epoche
des Hellenismus erregten die Juden den Verdacht, dass sie die Kultur anderer Völker
verachten. Die These vom "auserwählten Volk" lässt manche
Missdeutung zu. Sie ist primär theologisch zu verstehen und bedeutet für den
Gläubigen keine Bevorzugung gegenüber anderen Menschen. Es ist vielmehr eine
Verpflichtung zu strengem, gottgewolltem Handeln, eher eine Erschwernis , denn
ein Privileg im weltlichen Sinne.
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