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Jüdisches Leben in EuropaMit der Hilfe des Himmels

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Ritualmordlegende, Hostienfrevel,
Vorwurf der Brunnenvergiftung

Hostienfrevel im Mittelalter
Geschichtlicher Hintergrund

Vom 13.-15.Jahrhundert entstanden Konflikte zwischen weltlichen Herrschern und Papst, zwischen Nationalbewusstsein und universaler Kirche. Man stritt um denHostienschändung in Sternberg, 1492. Georg Liebe "Das Judentum in der deutschen Vergangenheit", Leipzig 1903. gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Führungsanspruch und so kam es schließlich zu sozialen Unruhen und politischen Umwälzungen. Während die Juden unter Karl dem Großen (800-814) Jahre des Wohlergehens erlebten, mussten sie bald auf Grund von wachsendem Glaubenseifer und zunehmendem weltlichen Machtstreben der Kirche Einschränkungen im Alltagsleben und Abstriche in ihrer sozialen Stellung hinnehmen. Geistliche sowie weltliche Obrigkeit steuerten den Antijudaismus an, indem sie die Juden zu Sündenböcken der Nation machten um von sozialen Missständen abzulenken. Unter Papst Innozens sollte das jüdische Volk in Schande, Erniedrigung und Verzweiflung gestürzt werden. Im Zusammenhang mit der Kreuzzugsbewegung und der Ketzerbekämpfung kam es verstärkt seit dem 12.Jahrhundert zu größeren Judenverfolgungen. Unter anderem durch absurde Verleumdungen versuchte man deren Ausgrenzung und Verfolgung zu verstärken und zu rechtfertigen.

Juden als "Gottesmörder"

Neben dem Vorwurf der Brunnenvergiftung und der Ritualmordlegende wurden die Juden auch des Hostienfrevels bezichtigt. Vorwand für diese Unterstellung war die angebliche Schuld des jüdischen Volkes am Tod Jesus Christus. Durch den Sieg der Transsubstantiationslehre begannen nun viele Prediger diese zu verbreiten und durch verschiedenste Wunderberichte zu erhärten. Man erzählte sich von blutenden Hostien die mit Kinderstimme sprachen, also den Charakter des "lebendigen Leibes" Christi annahmen. Es wurde behauptet, daß Juden, wie sie einst Christi marterten, nun die Hostie martern.

Angeblich sollen sie sich Hostien beschafft, mit Ahlen und Messern durchbohrt, in Aborte geworfen, zerstoßen, verbrannt und somit Jesus immer wieder neu verspottet haben. Da die Juden im Gegensatz zu den Christen nicht an Transsubstantiation und Heiligkeit der Hostie glaubten, hätte es für sie also eigentlich keinerlei Sinn gehabt die Hostien zu entheiligen. Diese Tatsache kümmerte die Prediger allerdings genauso wenig wie deren Adressaten. Folglich betrachteten die Menschen es als ihre Pflicht den Zorn Gottes über diese schreckliche Tat der Juden zu beruhigen. Die einzige Möglichkeit sah man in der Ausrottung der Übeltäter. Meist standen hinter solch bösartigen Beschuldigungen Gewinnsucht und niedere 
Absichten, wodurch sich bald eine Idealform klerikaler Judenfeindschaft bildete und die Kluft zwischen christlicher und jüdischer Bevölkerung vergrößerte.
Obgleich viele Päpste, Kaiser, Gelehrte und Richter jene Beschuldigungen immer wieder als Lügen bezeichnet haben, blieben sie über Jahrhunderte hinweg Verleumdungsmittel ohne Beweiszwang. Die Folgen waren für die Juden tödlich.
Im Jahre 1298 wurde die Beschuldigung der Hostienschändung im fränkischen Röttingen kolportiert. Ein verarmter Ritter namens Rindfleisch sei durch die persönliche Botschaft vom Himmel zum Vernichter aller Juden ernannt worden. Ein halbes Jahr lang zog er mit einer Rotte von Totschlägern durch über 140 fränkische und schwäbische Ortschaften. Sie folterten, schändeten und verbrannten Tausende von Juden und Jüdinnen und töteten die Kinder. Nur die Bürger von Augsburg und Regensburg schützten ihre jüdischen Einwohner. Auch konnte ein Anteil der Verfolgten nach Polen und Litauen fliehen.
Die nächste Verfolgung traf die jüdischen Gemeinden vom Elsass bis hinüber nach Schwaben und Österreich. Im Jahre 1336 hatten sich verarmte Bauern, Raubritter und wanderndes Raubgesindel zusammengefunden; sie gaben sich den Namen "Judenschläger" und rotteten viele jüdische Gemeinden aus.

Eine frei erfundene Darstellung des angeblichen Ritualmords an Simon aus Trient, Schedelsche Weltchronik, Nürnberg 1493.

Die schlimmsten Verfolgungen spielten sich in den Jahren 1348/49 ab. In Europa wütete die Pest. Wie man heute weiß, wurde diese Seuche durch Flöhe von Ratten auf Menschen übertragen. Doch damals suchte man einen Schuldigen und machte im Zusammenhang mit der Epidemie den Juden den Vorwurf der Brunnenvergiftung. Man ließ Juden verfolgen, folterte und quälte sie anschließend so lange, bis sie gestanden Brunnen vergiftet zu haben. Zum göttlichen Strafgericht, als das der schwarze Tod galt, war damit als Sündenbock der Jude gefunden. Ihr tausendfacher Tod auf dem Scheiterhaufen, dem Rad und am Galgen vernichtete die meisten jüdischen Gemeinden. Und was man den Juden schuldig war, das war alles abgegolten, und alle Pfänder und Briefe, die sie über Schulden hatten, wurden zurückgegeben. Wo das Land von der Seuche verschont blieb, wurden die Juden dennoch verbrannt. Wo es keine gab, verbrannte man die zum Christentum übergetretenen Juden.

verfasst von: Sandy Plonka

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