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Purim
Einführung Purim ist ein kleines Fest, welches im Zusammenhang mit einem historischen
Ereignis steht. In der Bibel können die Vorgänge nachgelesen werden, auf die
sich das Fest bezieht. Diese Geschichte wird während des Gottesdienstes in der
Synagoge in der Purim - Nacht sowie am darauffolgenden Morgen vorgetragen.
Der Name Purim leitet sich von dem Wort "pur" ( Plural Purim ) ab, was
soviel wie "Los" bedeutet ("ein Los ziehen"), aufgrund
der Lose, die Haman - Minister des Königs Achaschwerosch von Persien -
ziehen ließ, um den Vernichtungstag der Juden zu bestimmen. Dieses Vorhaben
wurde durch Königin Esther sowie deren Onkel Mordechai verhindert. Haman und
seine Familie wurden hingerichtet. Die Tage der Verzweiflung wurden zu
Festtagen, an denen "einer dem anderen Geschenke und den Armen Gaben
schicke".
Zu Purim gedenkt man der Befreiung der persischen Juden im 5. Jahrhundert vor
unserer Zeit. Bräuche und Traditionen zu Purim Purim geht das sogenannte "Esthers Fasten" voraus, welches
allerdings am Sabbat sowie freitags nicht gestattet ist, da freitags der Sabbat
(Freudentag) vorbereitet wird. Megilla ("Rolle") ist die Bezeichnung für
das Buch Esther. Sie wird am Purim - Abend und am nächsten Morgen in der
Synagoge ausgerollt und vorgetragen. Die Megilla beschreibt die Geschichte von Esther,
Mordechai, Haman und Achaschwerosch. Das Vorlesen erfolgt nach festgelegten
Regeln. Der Name Gottes wird im Buch Esther nicht einmal erwähnt. Dies erklärt
sich dadurch, dass die Rolle als eine Art Brief in alle Provinzen um Persien
versandt wurde. Aus Angst vor Entweihung erwähnte man den Namen Gottes nicht.
Sie ist damit das einzige Buch der Bibel, ohne den Namen Gottes. Wird bei der
Lesung der Name Haman erwähnt, werden Lärminstrumente eingesetzt, die den größten
Feind der Juden in Persien symbolisch auslöschen sollen. Freunde, Nachbarn
und Verwandte werden mit Süßigkeiten, Geld und Speisen beschenkt. Auch den Armen
soll Gutes getan werden. Zu Purim findet ein Festmahl (seuda) statt, welches am
Nachmittag des Feiertages eingenommen wird. Typisch sind die dreieckigen
"Hamantaschen". Erklärungsversuche hierfür tendieren in
unterschiedliche Richtungen. Sie sollen den Hut symbolisieren, den Haman trug
oder ein Zeichen für seine Bestechlichkeit sein, denn er soll viel Geld in
seine eigene "Tasche" gewirtschaftet haben. Über den Grund der
Dreiecksform wird ebenfalls diskutiert. Sie soll die drei Patriarchen verkörpern
( Abraham, Isaak und Jakob ), Begründer der jüdischen Lebensweise. Die Purimchalla wird aus einem langen Zopf gebacken; diese Form soll die Stricke
darstellen, an denen Haman erhängt wurde. Kreplach sind dreieckige Teigstücke,
gefüllt mit Fleisch und Zwiebeln. In einigen Gemeinden werden süß-saure
Speisen gereicht um die zwei Seiten des Festes darzustellen: die Trauer und die
Freude. Dickbohnen und
Erbsen sind ebenfalls typisch. Sie dienten als Schutz
gegen Geister und sind koscher. Der Genuss von alkoholischen Getränken gehört
zu Purim dazu. Dies bezieht sich auf den von Esther errungenen Sieg, welcher mit
einem Weinbankett begann. Purim ist ein sehr fröhliches Fest und verkörpert
eine lebensfrohe Stimmung.
Traditionell sind Maskeraden bei den Juden nicht gern gesehen, da dies oft zum
Kleidertausch zwischen Mann und Frau führte, der durch ein biblisches Gesetz
verboten ist. Verkleiden zu Purim ist legitim aufgrund der Fröhlichkeit des
Festes. Erste Verkleidungen gab es gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch Einfluss
des römischen Karnevals auf italienische Juden. Diese Sitte breitete sich
schnell aus. Die Maskenbälle zu Purim sind überall auf der Welt bekannt.
Näheres zum Thema Purim findet sich unter http://www.payer.de/judentum/jud514.htm
verfasst von: Franziska Schmidt
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