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Das Warschauer Ghetto

"Ich glaube an die Sonne auch wenn sie
nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe auch wenn ich sie 
nicht fühle.
Ich glaube an Gott auch wenn er 
schweigt."
(Gebet aus dem Warschauer Ghetto)


Am Morgen des 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht das Nachbarland Polen, nachdem Hitler mit Stalin einen Nichtangriffspakt über die Aufteilung Polens geschlossen hatte. Trotzdem besetzt Deutschland ganz Polen und greift im Juni 1941 die Sowjetunion an. Der deutsche Einmarsch war begleitet von antisemitischen Exzessen, an denen sich Soldaten, Volksdeutsche und Polen beteiligten. Am 21. September 1939 gibt Reinhard Heydrich, Chef der Gestapo und der Sicherheitspolizei, Anweisungen zur "Endlösung der Judenfrage". Ghettos als Orte des Zwangsaufenthalts zur Demütigung und Ausbeutung der Juden wurden unter deutscher Besatzung in ganz Osteuropa errichtet. Man erreichte damit eine Konzentrierung der Juden in den Städten. Teilweise waren aber auch ländliche Ghettos, z.B. Kowale Panskie im Kreis Torek, eines der größten, umfasste allein 18 Dörfer, aus denen man die ansässigen Polen vertrieb und statt dessen 4000 Juden einquartierte.
In Warschau lebten vor dem Einmarsch der Deutschen ca. 350.000 Juden. Es war nach New York die zweitgrößte jüdische Gemeinde der Welt. Die Mehrheit von ihnen lebte im Norden der Stadt, im traditionellen jüdischen Viertel. Im November 1939 wurde Adam Czerniakow von den deutschen Gemeindevorsitzenden zum Judenältesten ernannt. Dieser war für Behausung, Gesundheit und Ernährung der Juden zuständig und musste Befehle der SS ausführen, die gegen die Juden gerichtet waren. Demütigung, Misshandlungen und Verhaftungen des Judenältesten durch die SS waren alltäglich. Trotzdem war er auch bei den Ghettobewohnern heftig umstritten. Viele sahen ihn nur als williges Werkzeug der Deutschen. Aufgrund dieser Vorwürfe begeht er am 23. Juli 1942 Selbstmord. 
Ab März 1940 wird das jüdische Viertel, jetzt das Ghetto, wegen angeblicher Typhusgefahr von der Außenwelt durch Mauern und Stacheldraht abgeschlossen. Alle in und um Warschau lebenden Juden, insgesamt rund 400.000 Menschen, wurden ins Ghetto umgesiedelt. Es war ihnen verboten, mehr als 25 kg ihrer Habe mitzunehmen.  Die dort lebenden Juden durften das Ghetto unter Androhung sofortiger Tötung nicht mehr verlassen. Das Ghetto nahm ca. 4,5% der gesamten Stadtfläche Warschaus ein und bot 61.000 Wohnungen mit 140.000 Räumen, in denen nun mehr als ein Drittel der gesamten Stadtbevölkerung lebte. Seine Grenzen wurden am 23. Oktober 1941 erheblich verändert, was wiederum zur Umsiedlung von 75000 Juden führte.
Im Juli 1942 beginnt die Deportation der Juden in die Vernichtungslager. Judenräte mussten als Handlanger der Vernichtung dienen und Deportationslisten zusammenstellen. Auch die Arbeiter der Ghettobetriebe, die für die deutsche Rüstung tätig sind, blieben nicht verschont. Bis September verminderte sich die Zahl der Warschauer Ghettobevölkerung rasch von 356000 auf 107000. Anfang 1943 wurde das Ghetto in vier gesonderte und voneinander getrennte Teile aufgespalten.
Am 19. April 1943 erhoben sich etwa 60000 Menschen im Warschauer Ghetto gegen die Vollstrecker der deutschen Vernichtungspolitik. Der Reichsführer der SS beschloss, das Warschauer Ghetto müsse vernichtet werden. Die Deutschen marschieren im Ghetto ein und stießen auf Widerstand. Es war der organisierte Aufstand der ZOB, Zydowska Organisazicja Bojowa, geführt von Marek Edelmann. Diese Revolte ging als Aufstand im Warschauer Ghetto in die Geschichte ein. Nur wenige der organisierten Kämpfer und Kämpferinnen überlebten, denn je länger der Widerstand andauerte, desto härter ging die Waffen-SS, die Gestapo und der Wehrmacht vor. Das Einzige, womit sich das Ghetto verteidigte, waren ein paar hundert Pistolen, Molotowcocktails und wenige Handgranaten. Die Kämpfe dauerten vier Tage. Am 10. Mai, drei Wochen nach dem Beginn des Aufstandes gelingt es Edelmann, aus dem durch die unerbittlichen Kämpfe fast vollständig zerstörten Ghetto zu fliehen. Wer nicht während des Aufstandes fiel, wurde in die Vernichtungslager Treblinka oder Majdanek verschleppt. und dort getötet.

verfasst von: Sebastian Wagner

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